Der Bologna Prozess im Überblick


Der Bologna Prozess im Überblick
Im Jahr 1999 haben 29 Minister aus dem Bereich der Bildung eine Vereinbarung unterzeichnet, mit der der Ausgleich der nationalen Hochschulsysteme beschlossen wurde. Ort des Treffens war das italienische Bologna. Inhaltlich sieht die Vereinbarung vor, dass vergleichbare Studiengänge, aber auch Abschlüsse an den Universitäten ein zweistufiges System  realisieren. Das wurde mit den Abschlüssen Bachelor und Master umgesetzt. Auf diese Weise soll die Bildung innerhalb Europas vereinheitlicht werden und die Qualität gewährleistet sein. Das erleichtert Auslandsemester, den Wechsel der Hochschule innerhalb von Europa und die Möglichkeit, nach Abschluss des Studiums in einem anderen Land zu arbeiten. Bis 2010 wurde ein gemeinsamer Hochschulbereich innerhalb von Europa geschaffen. 46 Mitgliedstaaten sind insgesamt daran beteiligt und tragen somit zur Internationalisierung des Studiums bei. 

Treibende Kräfte beim Bologna Prozess

Die Voraussetzung für die Teilnahme am Bologna Prozess ist die Ratifizierung des Kulturabkommens des Europarats. Die Teilnehmer der Länder müssen sich zu den Zielen bekennen. Zuletzt wurde im Jahr 2015 Weißrussland aufgenommen. Entstanden war die Idee im Rahmen der Ministerkonferenzen, die im Abstand von drei Jahren veranstaltet werden. Innerhalb Deutschlands treffen sich die beteiligten Kräfte zur Vorbereitung zweimal pro Jahr. International werden die Konferenzen von der Bologna Follow-up-Group (BFuG) vorbereitet. Die BFuG wird von einem Sekretariat unterstützt. Das Sekretariat wird jeweils in dem Land eingerichtet, das die nächste Konferenz ausrichtet. 


Die Entscheidungen sind ein Prozess

Die Vereinbarungen aus Bologna sind ein dynamischer Prozess, denn das Bildungssystem verträgt keinen starren Rahmen. Um den modernen Ansprüchen an die Bildung innerhalb Europas gerecht zu werden, müssen die Inhalte regelmäßig reformiert werden. Vor diesem Hintergrund liefern die Mitgliedstaaten im Abstand von zwei Jahren Berichte über die eigenen Erfolge. Empfänger ist die BFuG. In Deutschland ist damit eine Arbeitsgruppe mit dem Namen „Fortführung des Bologna- Prozesses“ betraut. Außerdem beteiligt sind die Hochschulkonferenz (HRK) und der Akkreditierungsrat. Weitere Beteiligte sind der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), der Bundesverband der Deutschen Arbeitgeber (BDA) und das Deutsche Studentenwerk (DSW). Auch Vertreterinnen und Vertreter der Studierenden (fzSs) arbeiten daran mit. 


Die Internationalisierung der Hochschulen ist wichtig

In Deutschland ist die Internationalisierung der Schulen ein wichtiges Thema. Schon am Beispiel der Europaschulen zeigt sich, wie sehr die Schüler und Lehrer von dem internationalen Austausch profitieren. An einigen zusätzlichen Stunden pro Woche gehen sie in den Austausch und sprechen über den Unterricht, aber auch über das Umfeld, ihre Freizeit und den Umgang miteinander. Konflikte und die Art und Weise, sie zu bewältigen, sind ebenfalls Thema. Lehrkräfte können international ihre Erfahrungen austauschen und davon profitieren. Ein solcher Erfahrungsaustausch fördert das Wissen und das Verständnis zwischen den Kulturen. Dafür nutzen die Teilnehmer den digitalen Fortschritt. Der persönliche Besuch steht zwar auf dem Programm, im Schwerpunkt finden die Gespräche aber per Videokonferenz statt. Hochschulen bauen darauf auf und beziehen internationale Lehrinhalte in die Vorlesungen ein. Vor allem Studenten, die den internationalen Austausch aus ihrer Schulzeit noch kennen, wissen den Wert der Internationalisierung zu schätzen. 


Die neun Zielvorstellungen des Bologna Prozesses

Zu diesen neun Zielvorstellungen müssen sich die teilnehmenden Länder verpflichten: 
  • Strategische Internationalisierung der Hochschulen
  • Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen der Internationalisierung
  • Etablierung einer Willkommenskultur
  • Etablierung eines internationalen Campus
  • Steigerung der Auslandsmobilität der Studierenden
  • Steigerung der internationalen Attraktivität des Hochschulstandorts Deutschland
  • Gewinnung exzellenter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland
  • Aufbau internationaler Forschungskooperationen
  • Etablierung von Angeboten transnationaler Hochschulbildung

Die einzelnen Punkte machen deutlich, dass der Aufwand für die Universitäten erheblich ist und überhaupt nur im internationalen und regelmäßigen Austausch realisiert und aufrechterhalten werden kann. 

Wo gibt es weitere Informationen für Studierende?

Abiturienten finden an allen Hochschulen Informationen über die internationalen Hochschulprogramme. Von der Internationalisierung sind manche Studiengänge stärker betroffen als andere. Wer eine wissenschaftliche Karriere anstrebt oder in Erwägung zieht, nach dem Abschluss in einem anderen Land zu arbeiten, sollte das bei der Auswahl der Fächer von Anfang an berücksichtigen. Hier empfiehlt es sich, unbedingt vorher ein Beratungsgespräch in Anspruch zu nehmen. Noch wichtiger ist die umfassende Beratung für Schulabgänger, die ihr Studium im Ausland beginnen oder fortsetzen wollen. Hier empfiehlt sich die Entscheidung für eine Universität, die mit anderen Hochschulen im Europäischen Ausland kooperiert. Die Studienfächer sind oft auch interdisziplinär ausgerichtet und ermöglichen den Studierenden eine deutlich umfassendere Ausbildung bis hin zum Doppelmasterstudiengang. 


Fremdsprachenkenntnisse sind unabdingbar

Es liegt auf der Hand, dass die Vorlesungen zumeist in der jeweiligen Landessprache abgehalten werden. Für Austauschprogramme mit den verschiedenen europäischen Ländern sind daher sehr gute Sprachkenntnisse die absolute Voraussetzung. Das sollten Schüler schon während ihrer Schulzeit berücksichtigen. Weitere Sprachkenntnisse können aber auch während des Studiums erworben werden. Sie setzen aber zusätzliches Engagement voraus. Bei internationalen Studiengängen, die Studierende aus unterschiedlichen Ländern besuchen, ist es zudem nicht unüblich, dass einzelne Vorlesungen auf Englisch gehalten werden. Sehr gute Englischkenntnisse sind damit die Grundvoraussetzung für einen internationalen Studiengang. Das gilt auch deshalb, weil ein erheblicher Teil der Fachliteratur nur in englischer Sprache erhältlich ist und einige der Arbeiten in englischer Sprache verfasst werden müssen.