Definition, Theorie und Hintergrund einer Diskursanalyse


Definition, Theorie und Hintergrund einer Diskursanalyse
Fast jeder Student kommt im Laufe seines Studiums mit einer Diskursanalyse in Berührung. Dabei handelt es sich hierbei um unterschiedliche Texte, die auf einen gemeinsamen Diskurs untersucht werden. Ein Diskurs ist im Grunde ein Konsens über eine Aussage oder Zusammenfassung eines bestimmten Themas. Die textlichen Inhalte können zum Beispiel aus Filmen, Literatur, Liedern oder auch Zeitungen stammen. Im Allgemeinen wird eine Diskursanalyse bei größeren Abschlussarbeiten, wie beispielsweise eine Masterarbeit oder eine Bachelorarbeit, angefertigt. Gerade in dem Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften wird so eine Analyse von vielen Universitäten und Hochschulen gefordert. 

Mittels einer Diskursanalyse können Schüler und Studenten einfach heraus finden, wie die Gesellschaft über ein spezielles Themengebiet (zum Beispiel Medien oder Politik) denkt und wie sich dies auf die kollektive Meinungsbildung auswirkt. Erstmals wurde der Begriff „Diskursanalyse“von dem Philosophen namens Michel Foucault geprägt. Dieser vertrat die Ansicht, dass die gesellschaftliche Meinung und Bedeutung von speziellen Dingen das menschliche Handeln bestimmt. 

Und noch heute ist das Kernziel der Diskursanalyse verschiedene Texte von einem Themengebiet auf diverse Hinweise zu einem bestimmten Diskurs zu untersuchen. Dieser Aspekt ist der entscheidende Unterschied zur Hermeneutik. Denn bei dieser wird lediglich eine Untersuchung eines einzelnen Teils und Textes vorgenommen.


Welche Aspekte sind innerhalb einer diskursiven Darstellung wichtig?

Besonders wenn es an die Erstellung einer Diskursanalyse für eine Abschlussarbeit oder Hausarbeit geht, haben viele Studenten Angst und Bammel. Dies ist auch kein Wunder. Schließlich wissen viele Studierende nicht, wie sie die Analyse am besten aufbauen und schreiben sollen. Allerdings gibt es bestimmte Tipps und Tricks, mit denen man leicht den Leitfaden und eine ideale Struktur für seine Diskursanalyse findet. 

Nach folgenden methodischen Kriterien sollte bei einer Diskursanalyse vorgegangen werden:
  1. Festlegung des Diskursinhalts und der inhaltlichen Fragen
  2. Charakter der Diskursebene hervorheben 
  3. Auswahl von geeigneten Materialien und Quellen 
  4. Materialanalyse nach Sinn, Kontext und Mehrwert

Vorgehensweise bei einer Diskursanalyse

Wie bereits erwähnt, eignet sich bei der Diskursanalyse eine bestimmte Vorgehensweise. Zunächst sollte jeder Student damit beginnen, den Diskursgegenstand sowie die dazugehörige Fragestellung festzulegen. In diesem Zusammenhang ist entscheidend, welches Thema genau untersucht werden soll und wie in diesem Bezug die eigenen Wünsche aussehen. Dies kann auch anhand einer genauen Gegenüberstellung beider Faktoren veranschaulicht werden: 
  • Forschungsfrage: Wie werden stereotypisch Inder in amerikanischen Medien dargestellt? 
  • Diskursgegenstand: Stereotypische Darstellung von indischen Personen in amerikanischen Medien.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der prägnante Charakter der Diskursebene. Hierbei muss dem ausgewählten Themenbereich eine entsprechende Diskursebene zugeordnet werden. Diese Diskursebenen sind im Grunde nichts anderes als verschiedene gesellschaftliche Ebenen, die mit dem ausgewählten Themengebiet konform gehen, wie beispielsweise Medien oder Kultur. Darüber hinaus werden Teilgebiete dieser Ebenen als Diskurssektor bezeichnet. Folgendes Beispiel erläutert einmal kurz die genannten Zusammenhänge: 
  • Forschungsfrage: Wie werden stereotypisch Inder in amerikanischen Medien dargestellt? 
  • Diskursebene: Medienlandschaft
  • Diskurssektor: Filmausrichtung 
Des Weiteren müssen auch geeignete Materialien und Quellen für die Analyse ausgewählt werden. Hierbei sollten aber auch historische Besonderheiten eine Rolle spielen. Wann und wo findet zum Beispiel der Diskurs zu dem ausgewählten Segment statt? Es empfiehlt sich, bei der Auswahl genau und detailgetreu zu sein und auf einzelne Fragmente zu achten. Denn diese Diskursfragmente eines Themas bilden eine einheitliche Form eines Diskursstrangs. 
  • Forschungsfrage: Wie wird Deutschland stereotypisch in amerikanischen Medien dargestellt? 
  • Diskursfragmente: Um einen Überblick über proportionale Veränderungen der stereotypischen Darstellung von amerikanischen Filmen des letzten Jahrzehnts zu erhalten, wird eine Analyse über eine Erwähnung von deutschen Aspekten in jedem Jahr durchgeführt. 
Zum Schluss muss noch eine abschließende Analyse des gesammelten Materials erfolgen. Innerhalb dieser Analyse werden die tatsächlichen Meinungen über das ausgewählte Thema eruiert. Hierfür eignen sich verschiedene Analyse-Schritte. 


Die verschiedenen Analyse-Schritte

Um das gesammelte Material besser überblicken zu können, eignet sich eine Strukturanalyse sehr. Dabei müssen die gesammelten Quellen nicht zwangsläufig schriftlichen Ursprungs sein. Auch Filme oder andere Medien können genutzt werden. Im Zuge einer Strukturanalyse werden die Materialien nach Sinn und Kontext sortiert. Folgende Kriterien sind hierbei wichtig:
  1. Autor, Urheber und Titel des Werks
  2. Veröffentlichungsdatum
  3. Rubrik und Textsorte (Interview, Lieder etc.)
  4. Textanlass und grafische Gestaltung (Stil, Schriftart und Markierungen)
  5. optische Aspekte (Infografiken, Fotos etc.)
  6. Aussagen, Thema und Unterthemen


Die Feinanalyse

Des Weiteren sollte als Ergänzung zu einer Strukturanalyse auch eine Feinanalyse durchgeführt werden. Hierbei spielt das gewählte Medium (Zeitung, Film etc.) eine wichtige Rolle. Denn dieses wird genaustens hinsichtlich der Zielgruppe oder des Publikums analysiert und begutachtet. Darüber hinaus müssen auch die optischen Faktoren stimmen.  Insbesondere die Textoberfläche, in der alle Unterteile des Textes in übersichtliche Abschnitte zusammengefasst werden, ist wichtig. Wird beispielsweise in jedem Abschnitt die Kernaussage deutlich und stimmen Schrift, Illustrationen und Layout mit den eigenen Wünschen überein? Ein weiterer elementarer Punkt sind sprachlich-rhetorische Mittel. Hierbei wird untersucht, welche sprachlichen Elemente der Autor verwendet und welche Wirkung diese haben. 

Zudem sollte innerhalb der Feinanalyse auch eine Untersuchung auf ideologische Einschätzungen erfolgen. Welche Anhaltspunkte und Wertschätzungen liegen zum Beispiel vor? Diese Aspekte können ideal für die Forschungsfrage genutzt werden. 


Die Gesamtanalyse

Im letzten Schritt müssen die Ergebnisse der Fein- und Strukturanalyse nur noch zusammen getragen werden. Auf diese Weise ist der Diskursstrang ersichtlich und man kann nun eine tatsächliche gesellschaftliche Meinungswiedergabe tätigen. Darüber hinaus kann auch die Wirkung der Textinhalte verdeutlicht werden. 

Nichtsdestotrotz ist die Zusammenfassung aller Ergebnisse entscheidend. Hierbei sollte überprüft werden, ob der Anlass und das Ziel der einzelnen Inhalte mit der Analyse übereinstimmen. Ist der Diskurs zentral herausgearbeitet und sind die Ergebnisse klar, deduktiv und objektiv erkennbar? Zudem sollte auch immer ein empirischer Bezug auf die Forschungsfrage vorliegen. Ist dies geschafft, so ist die Diskursanalyse umfassend  erarbeitet.