Textkorrektur: So hält man seine Arbeit fehlerfrei


Textkorrektur: So hält man seine Arbeit fehlerfrei

Viele Muttersprachler fühlen sich sehr sicher in Sachen Grammatik, Rechtschreibung etc. und meinen deswegen, auf eine Korrektur ihrer Texte verzichten zu können. Allerdings machen auch diejenigen, die eine Sprache aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit sehr gut beherrschen, durchaus Fehler. Das ist im Alltag nicht so schlimm und fällt meist auch gar nicht weiter auf. Anders sieht das aber beim Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit, einer Bewerbung oder eines anderen wichtigen Dokuments aus. Wer hier auf das Korrekturlesen durch professionellen Korrektor verzichtet, läuft Gefahr, unnötig Notenpunkte zu vergeben bzw. sich für eine Stelle zu disqualifizieren.

Dieser Artikel erläutert, warum jeder noch so begabte Autor nicht auf das Prüfen seiner Arbeit verzichten sollte. Es wird ein Überblick über den “Bereich“ Textkorrektur gegeben und häufige Fehler werden vorgestellt. Des Weiteren folgt eine Liste mit wichtigen Tipps, wie man diese Fehler beim Schreiben vermeiden kann.

Textkorrektur – was ist das eigentlich?

Wird ein Text Korrektur gelesen, liegt das Hauptaugenmerk, im Gegensatz zum Lektorat, welches sich auf inhaltliche Aspekte konzentriert, auf formalen Kriterien. Hierzu zählen vor allem:

  1. Interpunktion (Zeichensetzung)
  2. Orthographie (Rechtschreibung)
  3. Grammatik
  4. Einheitlichkeit in Bezug auf die Terminologie und auf die Formatierung der Seiten.
  • Hinweis: Auch, wenn das Lektorat in erster Linie für die Verständlichkeit eines Textes “verantwortlich“ ist, heißt das nicht, dass der Korrektor nicht auch Anmerkungen zur Stilistik etc. machen darf.

Diese Fehler müssen unbedingt vermieden werden

Wie eingangs erwähnt, sollten vor allem längere Artikel, Texte für die Uni (z.B. Bachelorarbeit) etc. Korrektur gelesen werden. Und zwar nicht von dem bzw. den Autoren selbst! Korrigieren diese das Dokument selber, werden Fehler nämlich übermäßig häufig übersehen. Das kann sowohl auf eine mangelnde Genauigkeit aufgrund des “Übersättigt-seins“ mit dem Thema als auch auf eine Unkenntnis der Regeln für das Schreiben sowie auf andere Gründe zurückzuführen sein.

Fehler bzw. Aspekte, die man durch das Korrekturlesen von “offiziellen“ Dokumenten unbedingt vermeiden bzw. sicherstellen sollte:

  • Verwechslungen in der Groß- und Kleinschreibung von Personalpronomen
  • Verwechslungen bei der Groß- und Kleinschreibung von Substantivierungen
  • Richtige Unterscheidung zwischen “das“ als Relativpronomen und “dass“ als Konjunktion
  • Richtige Unterscheidung zwischen dem zeitlichen “seit“ und dem “seid“ als 2. Person Plural von sein
  • Tippfehler und Buchstabendreher
  • Zusammen- und Getrenntschreibung.

Des Weiteren ist es wichtig zu bedenken, dass man als Autor weiß, was man mit einem Textabschnitt sagen möchte und dass es somit schnell passieren kann, dass man einmal ein Wort vergisst o.Ä. Vor allem, wenn man einen Text umgestellt hat, sollte man ihn noch einmal Abschnitt für Abschnitt lesen bzw. von einer zweiten Person lesen lassen.

Wie man sich eine aufwändige Textkorrektur erspart

Im Folgenden werden einige Tipps gegeben, wie sich Fehler bei der Setzung von Kommas, bei der Silbentrennung etc. noch vor dem eigentlichen Korrekturlesen vermeiden lassen.

  • Ungestört sein: Sowohl beim Schreiben als auch beim Durchgehen eines Textes sollte man Wert auf Ruhe legen. Wer sich leicht ablenken lässt, kann das Smartphone in einen anderen Raum legen und die Türklingel abschalten.
  • Autokorrektur: Programme und Tools wie Microsoft Word verfügen über eine Autokorrektur-Funktion. Diese ersetzt keinesfalls das Korrekturlesen durch eine andere Person und funktioniert auch nicht immer korrekt, kann in Sachen Rechtschreibung und Grammatik aber bereits eine gewisse Qualität sichern.
  • Nachschlagen: Wer bei der Rechtschreibung eines Wortes unsicher ist, sollte in einem (Online-) Wörterbuch nachschlagen oder von einer Software zur Rechtschreibprüfung Gebrauch machen.
  • Laut vorlesen: Wer einen längeren Text verfasst, sollte sich diesen nach der Fertigstellung Abschnitt für Abschnitt laut und langsam vorlesen. So entdeckt man beispielsweise vergessene Wörter.
  • Mehrfach Korrektur lesen: Wer seine Arbeit selber überprüfen möchte, sollte mehrere Korrekturphasen einplanen und die Seiten jeweils auf einen anderen Aspekt untersuchen. Im ersten Durchgang kann man beispielsweise die Absätze und den Sprachstil überprüfen. Im zweiten Durchgang erfolgt dann die Kontrolle der Interpunktion usw.
  • Der Ausdruck: Es besteht ein gravierender Unterschied, ob man einen Text auf einem Bildschirm oder auf einem Blatt Papier liest. Das ist u.a. auf den Abstand des Dokuments zu den Augen sowie auf die unterschiedlichen Lichtverhältnisse zurückzuführen. Experten sind sich einig, dass man wesentlich mehr Fehler findet, wenn man die Arbeit vor dem Überprüfen ausdruckt.

Weitere Hinweise für den Schreibprozess

  • Pausen: Unter Zeitdruck schleichen sich besonders schnell Fehler in einen Text ein. Deshalb sollte man sich für das Schreiben stets genug Zeit nehmen. Außerdem lohnt es sich, vor dem erneuten Durchgehen des Textes eine Nacht vergehen zu lassen. Mit etwas zeitlichem Abstand und ausgeruhten Augen blickt man “aus einer anderen Perspektive“ auf die Arbeit.
  • Schwächen: Wer weiß, dass er beim Schreiben zu ganz bestimmten Fehlern neigt, sollte den Artikel gesondert auf diese untersuchen.
  • Umkehr: Bei kurzen Texten besteht die Möglichkeit des Rückwärtslesens. Der Vorteil ist, dass das Gehirn mögliche fehlende Worte nicht einfach aus dem Kontext erschließt und die entsprechenden Stellen somit nicht automatisch ergänzt. Durch diese spezielle Methode fallen zudem Buchstabendreher besonders leicht ins Auge.

Abschließende Bemerkungen zur Textkorrektur - vier Augen sehen mehr als zwei!

Auch, wenn man sich sicher ist, dass in dem eigenen Text keine Buchstaben fehlen und alle Satzteile richtig gestellt sind, sollte man eine zweite Person darum bitten, die Endkorrektur vorzunehmen. Vier Augen sehen nämlich nicht nur mehr als zwei, sondern einer anderen Person können zudem inhaltliche Ungereimtheiten auffallen, die dem Verfasser gar nicht als solche bewusst sind. Beachtet man bei der Textkorrektur die Hinweise aus diesem Artikel, steht der erfolgreichen Abschlussarbeit, einer Bewerbung o.Ä. nichts mehr im Weg!