Wie man typische Fehler in Abschlussarbeiten vermeiden kann


Wie man typische Fehler in Abschlussarbeiten vermeiden kann

Endlich! Die Studienzeit neigt sich dem Ende, alle Module und Prüfungen sind bestanden, und die Tage, an denen man unzählige Stunden in der Bibliothek oder mit Lernen verbracht hat, sind endlich vorbei. Das einzige, was jetzt noch zu einem erfolgreichen Studienabschluss fehlt, ist die Abschlussarbeit. Hierbei gilt es, besonderen Wert auf eine möglichst gute Arbeit zu legen, um nicht die Mühen der vergangenen Studienjahre durch eine schlecht bewertete Abschlussarbeit zunichte zu machen. Doch beim Erstellen einer Abschlussarbeit schleichen sich immer wieder typische Fehler ein. Die Information, welche das sind und wie du diese vermeiden kannst, erfährst du in diesem Artikel. Damit bist du sicher gewappnet für einen erfolgreichen Studienabschluss und einen guten Start in das bevorstehende Berufsleben.

Fehler Nr. 1: Zu wenig Zeit für die Abschlussarbeit eingeplant

Du hast alle Kurse und Module deines Studiums erfolgreich abgeschlossen? Prima! Allerdings heißt das nicht, dass du dich jetzt entspannt zurücklehnen kannst. Sicherlich sind ein bis zwei Wochen Urlaub nach der letzten Prüfung drin, die hat man sich auch redlich verdient. Danach heißt es aber: weiter geht´s auf die letzte Etappe des Studiums. Eines der häufigsten Probleme, die Studenten mit ihrer Abschlussarbeit haben ist es, dass besonders kurz vor dem Abgabetermin Panik und Hektik ausbricht. Dies ist fatal, denn dadurch schleichen sich noch mehr unnötige Fehler ein.

Tipp zur Vermeidung dieses Fehlers: Nicht umsonst wird in den meisten Studiengängen ein ganzes Semester für die Abschlussarbeit eingeplant. Für dich heißt das konkret: Beginne rechtzeitig mit den Vorbereitungen und dem Erstellen deiner Abschlussarbeit. Wähle möglichst zeitnah ein passendes Thema für deine Arbeit, in dem du bereits über umfangreiche Kenntnisse – das kann auch schon während des Studiums erfolgen – und suche dir dann schnellstmöglich einen passenden Betreuer. Gerade letzteres sollte möglichst schnell geschehen, da du sicherlich nicht der einzige Student an deiner Universität bist, der eine Abschlussarbeit schreiben möchte. Andernfalls kann es passieren, dass dein Wunschbetreuer in deinem Fachbereich schon ausgelastet ist.


Fehler Nr. 2: Abschlussarbeit und Hausarbeit sind nicht dasselbe!

Sicherlich hast du während der Schulzeit und auch im Laufe deines Studiums schon einige Hausarbeiten angefertigt. Doch eine Bachelor- oder Masterarbeit ist nochmal etwas ganz anderes. Darum hüte dich davor, an die Erstellung deiner Abschlussarbeit mit ähnlichen Gedankengängen heranzugehen, wie beim Erstellen einer Hausarbeit.

Tipp zur Vermeidung dieses Fehlers: Während im Gymnasium bei einem Aufsatz und oft auch bei einfacheren Hausarbeiten im Studium die grobe Gliederung nach dem Prinzip: Einleitung – Hauptteil – Schluss funktioniert und lediglich Sachverhalte erläutert und dargestellt werden, so hat eine wissenschaftliche Arbeit doch andere Anforderungen. Insbesondere der Erkenntnisgewinn der Arbeit, sowie die Eigenleistung des Studierenden steht bei einer Master- oder Bachelorarbeit im Vordergrund. Diese folgt im Groben dem Muster: 

  1. Fragestellung
  2. Hypothesen
  3. Überprüfung
  4. Ergebnisse

Dabei wird insbesondere auf eine wissenschaftlich fundierte eigene Erkenntnis und Meinung, die aus dieser Arbeit hervorgeht, Wert gelegt.


Fehler Nr. 3: Die Gliederung wird erst am Ende angefertigt

Viele angehende Absolventen gehen nach dem Muster vor: Recherchieren, Schreiben, Recherchieren, Schreiben… und am Ende wird in Word einfach ein automatisches Inhaltsverzeichnis eingefügt, welches dann die Gliederung der Abschlussarbeit bildet. Doch das ist nicht sehr ratsam, da dies dazu führen kann, dass keine klare Struktur in der Einheit deiner Arbeit erkennbar wird, was für Verwirrung beim Leser sorgt. 

Tipp zur Vermeidung dieses FehlersDie Gliederung ist ein wichtiger Bestandteil deiner Arbeit und gibt nicht nur ihr, sondern auch deiner eigenen Arbeitsweise eine Struktur. Daher ist es von Vorteil, diese vor Beginn der Recherche zu erstellen. Damit hast du selbst einen Leitfaden, an dem du dich während der Erstellung deiner Abschlussarbeit und dem Sammeln von Material entlang arbeiten kannst. Dies hat den Vorteil, dass du jederzeit den Fortschritt deiner Arbeit im Blick hast. Somit wird auch die fertige Arbeit eine klare Struktur und Übersicht haben und besser benotet werden.


Fehler Nr. 4: Nichteinhaltung der formellen Regularien

Jede wissenschaftliche Arbeit, also auch eine Bachelor- oder Masterarbeit muss den formellen Kriterien standhalten. Andernfalls verliert selbst eine gut recherchierte und gut geschriebene Arbeit an Bedeutung. Hierzu solltest du dir im Vorfeld unbedingt die formellen Regeln für Abschlussarbeiten deiner Universität – teilweise gibt es an den Unis auch die ein oder andere Besonderheit und Sonderregel – anschauen und deine Arbeit dementsprechend gestalten.

Tipp zur Vermeidung dieses Fehlers: In jedem Fall sollte deine Abschlussarbeit folgenden formellen Kriterien standhalten:

  • Ordnungsgemäßes Deckblatt, also eine Seite mit dem Titel der Arbeit
  • Vollständiges Literaturverzeichnis, also eine Liste in alphabetischer Reihenfolge
  • Vollständiges Abbildungsverzeichnis
  • Verzeichnis der genutzten Abkürzungen
  • Wissenschaftliche Quellen anstelle einfacher Internetbeiträge
  • Korrekte Anwendung der geforderten Zitierweise – je nach Universitäts-Vorgaben Harvard-Style, APA oder deutsche Zitierweise – weitere Hinweise dazu findest du hier
  • Plagiatsprüfung
  • Pro inhaltlich neuem Gedanken einen neuen Abschnitt bzw. Absatz
  • Zahlen von 1-12 werden als Zahlwort ausgeschrieben.

Hältst du dich an die formellen Vorgaben bei der Erstellung deiner Abschlussarbeit, wirddein Prüfer dies mit Sicherheit gutheißen.


Fehler Nr. 5: Deutsche Sprache = schwere Sprache

Zu einer wissenschaftlichen Arbeit gehört auch, dass diese in einem einwandfreien sprachlichen Stil geschrieben ist. Es kommt leider oft vor, dass eine Abschlussarbeit schlechter bewertet wird, nicht aufgrund ihres Inhalts, sondern aufgrund der gewählten Ausdrucksweise und gravierenden Fehlern bei der Grammatik- und Rechtschreibregelung. Die häufigsten Fehler sind dabei:

  • Nicht nachvollziehbarer Aufbau der Argumentationen
  • Nichteinhaltung der Regeln der Grammatik und der Setzung von Komma sowie bei der Rechtschreibung
  • Stark verschachtelter Satzbau mit unübersichtlicher Kommasetzung
  • zu lange Aufzählungen
  • Schreibung von Umgangssprache und Floskeln
  • Nicht korrekte Trennung und Endung der Silben am Zeilenende
  • Fehlerhafte Schreibweise von Eigennamen sowie Großschreibung und Kleinschreibung
  • Fehlschreibweise einer Wortgruppe und der Zusammensetzung von Wörtern – mit und ohne Bindestrich bei der Zusammenschreibung bzw. Getrenntschreibung.

Auch die Nutzung zu einfacher Sprache und nicht angebrachter Wörter schmälert die Wirkung deiner Arbeit. So sollten Wörter wie „einfach“, „wichtig“, „natürlich“, „selbstverständlich“, aber auch „super“, „fantastisch“ oder „schön“ „wunderbar“ oder „Ding“ vermieden werden. Es wäre schade, wenn das der Grund für eine schlechte Bewertung ist.

Tipp zur Vermeidung dieses Fehlers: Ein wissenschaftliches Werk zeichnet sich auch durch die grammatikalisch korrekte Anwendung der deutschen Sprache aus. Sollten dir zum Beispiel Begriffe wie „Plural“, „Singular“, „Subjekt“, „Prädikat“, „Partizip“, „Konjunktion“, „Deklination“ und „Deklinationsendung“, „Doppelkonsonanten“, „Adjektiv“, „Vokal“ große Fragezeichen im Kopf hervorrufen, so hast du zwei Möglichkeiten:

  1. Du baust dein sprachliches Wissen vor Beginn der Erstellung deiner Abschlussarbeit im Zuge einer Beratung oder Nachhilfe mit Rechtschreibübung aus.
  2. Du lässt deine Arbeit nach Fertigstellung im Zuge eines Lektorats Korrektur lesen und mit einer Rechtschreibprüfung korrigieren.

Wenn du aufgrund deiner Herkunft mit der – zugegeben etwas hochtrabend wirkenden – sprachliche Probleme hast, so bieten professionelle Anbieter auch eine sprachliche Optimierung der Schriftsprache und Orthografie an. Für die Entscheidung zu dieser Empfehlung muss man als chronisch armer Student zwar etwas Geld in die Hand nehmen, diese Investition lohnt sich aber für das Ergebnis einer guten Note der Abschlussarbeit und der Verbesserung der Berufsaussichten nach dem Studium. So brauchst du dich nicht selbst auf Punkte wie korrekt angewendete Silbentrennung, die Regelung der Rechtschreibung, eine Fehleranalyse, korrekte Anwendung der Artikel und Zeichensetzung Satzzeichen kümmern und kannst dich voll und ganz auf den Inhalt fokussieren.

Oft hilft auch ein Wörterbuch, um ein passendes Synonym für ein Wort zu finden. Insbesondere, wenn es sich um ein Fremdwort handelt, hilft auch ein Lexikon. Noch ein Tip am Rande: nutze Quellen, deren Sprache du nicht zu hundert Prozent mächtig bist, beispielsweise Englisch, so nutze zuerst eine Übersetzung zur Definition des tatsächlichen Inhalts.

Fehler Nr. 6: Kein Back-Up erstellt

Stell dir vor, du hast deine Master- oder Bachelorarbeit gerade eben fertig gestellt und in diesem Moment versagt dein Computer, der dir dienst, und schaltet sich für immer ab. Die ganze Mühe an deiner Abschlussarbeit ist erst einmal dahin. Sicherlich gibt es die Möglichkeit einer professionellen Datenrettung, allerdings ist diese oft zeit- und preisintensiv. Eine Woche vor Abgabetermin - also nicht wirklich eine gute Option.

Tipp zur Vermeidung dieses Fehlers: Speichere regelmäßige Back-Ups deiner Arbeit. Nicht erst am Ende des Schreibens, sondern immer wieder zwischendurch. Am besten richtest du ein automatisches Speicherintervall alle 15 oder 30 Minuten ein. Zudem sollte das Dokument nicht nur lokal auf deinem PC oder Laptop gespeichert werden, sondern am besten zusätzlich noch in einer Cloud, oder wenigstens einer zweiten lokalen Festplatte.


Fazit

Bei einer Abschlussarbeit, sei es für den Bachelor- oder Masterabschluss oder gar eine Doktorarbeit, geht es nicht nur darum, alles richtig zu machen, sondern auch darum, möglichst wenig falsch zu machen. Neben der inhaltlichen Qualität stehen dabei auch formelle und sprachliche Aspekte im Vordergrund, genauso eine gute Selbstorganisation und strukturiertes Arbeiten. Beherzigst du die eben gelesenen Tipps, stehen die Chancen im Prinzip gut, dass deine Abschlussarbeit ein Erfolg wird und du dir eine unnötige Kritik sowie eine Diskussion und Rechtfertigung mit deinem Professor ersparst.