Richtig Abbildungen zitieren


Student studiert in der Bibliothek der Universität
Das korrekte Zitieren von Quellen jeder Art ist wichtig für die Qualität von wissenschaftlichen Arbeiten. Eine inkorrekte oder unvollständige Quellenangabe kann nicht nur zur Verwirrung bei der Leserschaft führen – im Ernstfall kann es zu Plagiatsvorwürfen kommen. Daher müssen alle Elemente einer Arbeit benannt werden, die nicht komplett in Eigenleistung entstanden sind. Dazu zählen auch Abbildungen. Aber wie wird eine Abbildung richtig zitiert? Wir haben alle wichtigen Informationen für dich zusammengestellt.


Eine Quellenangabe erstellen 

Ob in der Bachelorarbeit oder für die Dissertation, eine Quellenangabe für eine Abbildung in einer wissenschaftlichen Arbeit sieht immer ähnlich aus. Die konkrete Form wird durch die gewählte Zitierweise bestimmt. Eine korrekte und vollständige Quellenangabe besteht aber immer aus diesen vier Elementen:
  • Quellenangabe unterhalb der Abbildung
  • Quellenangabe im Literaturverzeichnis
  • Abbildungsverweis im Fließtext
  • Abbildungsverzeichnis
Es ist also nicht ausreichend, die Quelle an nur einem der genannten Punkte zu präsentieren. 


Abbildungen im Text zitieren 

Die Abbildung kann an zwei Stellen direkt im Text zitiert werden. Zum einen unter der Abbildung selber, die als Teil der Arbeit präsentiert wird. Zum anderen im Fließtext. Welche Form die Quellenangabe aufweist, wird durch die gewählte Zitierweise bestimmt. Im Folgenden nutzen wir Beispiele nach der APA-Zitierweise.

Die relevante Abbildung muss nummeriert sein und eine Benennung haben. Unmittelbar nach der Benennung folgt die Quellenangabe. Diese muss die Angaben zum Autor, dem Erscheinungsjahr und der Seitenzahl der Veröffentlichung beinhalten.  
            Abbildung 5: Zuwanderung Entwicklung 2015 – 2020
            Quelle: Schmidt, 2020, S. 165

In der Regel werden die Informationen zur Abbildung linksbündig unter das Bild gesetzt. Für die Schrift auf die gleiche Schriftart zurückgreifen, aber eine kleinere Schriftgröße wählen. Es kann sein, dass die Hochschule spezielle Vorgaben für die Quellenangabe direkt an der Abbildung hat. Einige Hochschulen geben vor, die Quelle in Klammern direkt hinter die Benennung zu setzen:

            Abbildung 5: Zuwanderung Entwicklung 2015 – 2020 (Schmidt, 2020, S. 165)
Die Abbildung muss immer erläutert werden. Sie kann nicht ohne Bezugspunkte im Text präsentiert werden. Dies bedeutet, im Fließtext wird auf die Abbildung und den Inhalt ein direkter Bezug genommen. 
  1. Es gab im Jahr 2015 einen deutlichen Zuwanderungszuwachs, der bis in das Jahr 2020 stetig nachgelassen hat (siehe Abb. 5).
  2. Bis in das Jahr 2020 hat die Zuwanderung deutlich nachgelassen (vgl. Abbildung 5).
Es ist möglich, das Wort Abbildung auszuschreiben oder abzukürzen. Wichtig ist, dass man eine einheitliche Vorgehensweise wählt. 


Eigene und fremde Darstellungen zitieren 

Auch eigene Abbildungen müssen mit einer Quelle benannt sein. Generell ist es möglich, eine Abbildung vom Original 1:1 zu übertragen, eine eigene Quelle zu verwenden oder eine Abbildung in Anlehnung an ein Original zu erarbeiten. Die Art der Quelle muss jeweils eindeutig gekennzeichnet sein.
Abbildung übernommen:
            Abbildung 5: Zuwanderung Entwicklung 2015 – 2020
            Quelle: Schmidt, 2020, S. 165

Abbildung selbst erarbeitet:
            Abbildung 5: Zuwanderung Entwicklung 2015 – 2020
            Quelle: eigene Darstellung

Abbildung in Anlehnung erstellt:
            Abbildung 5: Zuwanderung Entwicklung 2015 – 2020
            Quelle: In Anlehnung an Schmidt, 2020, S. 165


So erstellst du ein Abbildungsverzeichnis

Abbildungen werden in wissenschaftlichen Arbeiten separat im sogenannten Abbildungsverzeichnis angeführt. Hier werden sämtliche Abbildungen genannt, die in der Arbeit zum Einsatz kommen – es werden keine Quellen genannt, die zwar für die Erstellung relevant waren, aber nicht in der Arbeit vorkommen.

Das Abbildungsverzeichnis wird direkt nach dem Inhaltsverzeichnis in die wissenschaftliche Arbeit integriert. Das Verzeichnis nennt alle Nummern und die Benennungen der verwendeten Abbildungen. Der Leser hat somit alle visuellen Inhalte in der Übersicht. Nutze für die Erstellung am besten das automatische Abbildungsverzeichnis aus Word. So vermeidest du unnötige Flüchtigkeitsfehler.